10 Oktober 2006
Seat Altea XL

Seat Altea XL

Extra large

Autotest | Der Altea hat der gesamten Konkurrenz eins deutlich voraus: Seats Familienvan ist der Schönste auf dem Markt. Außerdem ist das Familienauto ebenso sportlich und dynamisch wie die anderen Seats. Diese Formel wird jetzt auf XL-Format ausgeweitet. Der extragroße Altea bietet alle Vorzüge des normalen Modells, nur eben mit mehr Extras.
 

Der Unterschied zwischen Altea und Altea XL beträgt im Wesentlichen 20 Zentimeter, tausend Euro und ein Paar neue Rücklichter. Damit hätte es nahe gelegen, den Altea vom 5- in einen 7-Sitzer zu verwandeln, aber Seat hat sich klugerweise dagegen entschieden. Einen 7-Sitzer haben die Spanier schließlich in Form des Alhambra bereits im Programm.

Darum machte Seat aus dem Altea stattdessen einen extrem geräumigen Kombi. Der normale Altea ist schon deutlich höher und daher geräumiger als ein normaler Pkw. Durch die zusätzliche Länge entsteht ein Kombi mit ungeahnten Ausmaßen.

Zusätzlicher Platz

Die Länge kommt dem Gepäckraum und der Beinfreiheit auf der Rückbank zugute. Beim regulären Altea fasst der Kofferraum 409 Liter, der XL bringt es auf bis zu 635 Liter. Das macht sich in den Ferien gut, aber zum Beispiel auch dann, wenn die Kinder darauf bestehen, die gesamte Spielzeugsammlung mitzunehmen. Ein großer Kinderwagen lässt sich hinten problemlos unterbringen und für das restliche Gepäck bleibt dann auch noch genug Platz.

Seat Altea XL

Sollte es doch einmal nötig werden, lässt sich die Rückbank problemlos in zwei asymmetrischen Teilen umklappen und liefert so bis zu 1.604 Liter Laderaum. Die Rückbank muss dazu nicht ausgebaut werden und auch die Kopfstützen müssen nicht abgenommen werden. Trotzdem hat der Altea XL hier einen erheblichen Nachteil: So viel Platz auch ist, die Ladefläche ist bei weitem nicht eben und somit deutlich unpraktischer als bei Anderen. Die Rücksitze werden mit einer kleinen Schlaufe entriegelt, die in der Polsterung verschwindet und danach nur schwer wieder zu finden ist.

Zusätzlicher Komfort

Wie beim Standard-Altea steht auch beim XL die Rückbank auf Schienen und lässt sich verschieben, so dass zwischen mehr Beinfreiheit und mehr Gepäckraum gewählt werden kann. Beim Altea sind 14 cm Bewegungsspielraum drin, beim XL 16 cm.

Kopf- und Beinfreiheit auf der Rückbank sind auch deshalb riesig. Selbst wenn die Vordersitze weit hinten stehen bleibt genug Platz für große Erwachsene. Die haben dann auch noch kleine Tischchen und eine 12-Volt-Steckdose zur Verfügung. Für kleinere Passagiere gibt es standardmäßig Isofix-Befestigungen für Kindersitze, die dank der großen Hintertüren auch einfach anzubringen sind.

Seat Altea XL

Die riesigen Vordersitze vermitteln dasselbe XXL-Gefühl wie die Rückbank. Der Komfort hängt hier allerdings von der Statur des Fahrers ab. Sehr große Leute werden mit den Schulterblättern gegen den dicken oberen Rand der Rückenlehne gedrückt und sitzen recht krumm. Fahrer mit normaler Größe werden dagegen von den breiten Rändern der Sitze prima unterstützt und umarmt, was die Sache extra gemütlich macht. Vorne ist der XL ebenso groß wie der normale Altea.

Auch das Ausstattungsniveau ist das gleiche wie bei den anderen Alteas. Soll heißen: Dachschienen, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Bordcomputer und Tempomat sind Standard. Bei der edleren Ausführung gibt es Klimaautomatik und Stereoanlage mit MP3-Anschluss obendrauf.

Seat Altea XL

Zusätzliche Kraft

Im Altea XL arbeiten dieselben Motoren wie im gewöhnlichen Altea. Unter Vielfahrern wird wohl der 2.0er TDi mit Partikelfilter das beliebteste Modell werden. Der bringt 140 PS / 320 Nm und ein enormes Turboloch mit.

Der Turbodiesel liefert zunächst annehmbare Leistung bei geringem Verbrauch und ebenso geringem Geräuschpegel. Erst wenn der Turbo anspringt wacht der Altea auf und liefert die sportliche Leistungen, die Seat verspricht. Im Alltagsgebrauch ist der große Unterschied zwischen ausreichender Leistung bei geringen Drehzahlen und hervorragender Leistung bei hohen Drehzahlen allerdings anstrengend.

Deshalb haben wir uns für die Testfahrt für den Benziner mit 1,6-Liter-Vierzylinder entschieden. Der liefert 102 PS / 148 Nm, was in der Praxis vollkommen ausreicht. Mit dem leichten Benziner kommt der fast 1.400 kg schwere Altea XL gut vom Fleck, ist schnelles Überholen kein Problem und sind noch weniger Geräusche zu vernehmen als beim Diesel. Außerdem ist der 1.6er im gesamten Drehzahlbereich auffallend stark, so dass schaltfaules Fahren kein Problem ist.

Seat Altea XL

Zusätzlicher Spaß

Unabhängig von der Motorvariante hat das Längenwachstum des Altea keinen Einfluss auf Straßenlage oder Handhabbarkeit. Der Altea XL fährt kein bisschen wie ein Van. Der Wagen ist gut zu übersehen und lässt sich problemlos durch kleine Gassen lenken.

Wie bei den anderen Alteas auch, sitzt der Fahrer etwas höher als in einem normalen Pkw, was sich aber in der Straßenlage nicht negativ bemerkbar macht. Dabei hat auch der extragroße Altea den gewissen sportlich-dynamischen Unterton, denn ein XL braucht natürlich ein paar Sahnehäubchen.

Fazit

Der Seat Altea XL ist ein ebenso ungewöhnliches wie gelungenes Auto. Es gibt genug Kombimodelle auf dem Markt, die später mit ein paar Anpassungen und viel Marketinggeschrei zu Minivans aufgeblasen wurden. Seat hat es umgekehrt gemacht: Der Seat Altea war bereits ein hohes Auto, und durch die Verlängerung ist der Altea XL größer als die meisten Kombis. Außerdem ist der Altea einer der schönsten Minivans auf dem Markt, wodurch der XL trotz seines Umfangs einen gewissen Charme hat.

Gleichzeitig passt er prima zu den Bedürfnissen der meisten Minivan-Käufer. Denn denen geht es in der Regel weder um Platz für sieben Personen und null Gepäck noch um Platz für fünf Personen und das Gepäck von zwei. Zu fünf Sitzplätzen gehört auch Gepäckraum für fünf Personen. Der Altea XL hat genau das zu bieten.

plus
  • Sehr geräumig
  • Prima Fahreigenschaften
  • Überzeugendes Konzept
min
  • Ladefläche nicht eben
  • Ein paar Rasselgeräusche
  • Weniger hübsch als der normale Altea