Kia Sportage

Kia Sportage

Teile und herrsche

Autotest | Was sind die Merkmale eines guten SUV? Vor allem ein cooles Design, Platz und Vielseitigkeit. Darüber hinaus sollte ein SUV sich nicht nur auf öffentlichen Straßen, sondern auch darüber hinaus zu Hause fühlen. Gemessen am Verkaufserfolg erfüllt der Kia Sportage alle diese Anforderungen am besten. Was macht die vierte Generation des Sportage erfolgreich?
 

"Teile und herrsche", das ist das Geheimnis von Kia. US-Hersteller denken, dass sie die Wahrheit gepachtet haben und bedienen die ganze Welt mit ihrem amerikanischen Produkt. Wenn daraus kein Erfolg wird, liegt es am Kunden und nicht am Hersteller.

Japanische Hersteller informieren sich über die europäischen Wünsche und behalten die Entwicklung in eigener Hand, ungeachtet der Einschränkungen, die dies mit sich bringt. Europäische Hersteller entwickeln Autos für Europa und sehen es als Glücksfall, wenn ein Modell auch in anderen Teilen der Welt erfolgreich ist.

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Die koreanische Marke Kia geht dies ganz anders an. Nur die Verwaltung ist koreanisch. Alles, vom ersten Entwurf bis zur Fertigung, wird den örtlichen Abteilungen überlassen. Der neue Kia Sportage wurde deshalb von Europäern designt, in Europa entwickelt, in Europe getestet und in Europa gebaut. Das grundlegende Design kann auch an anderer Stelle eingesetzt werden, würde aber dann an diese Region angepasst werden, um spezifischen Anforderungen gerecht zu werden.

Design

Aber während die neuesten Modelle von Kia geradezu begehrenswert aussehen, ist das Aussehen des Sportage weniger harmonisch. Die Ausstrahlung ist unbestreitbar robust, aber die Proportionen scheinen falsch zu sein. Beachten Sie beispielsweise die Seite: Weil der vordere Überhang größer als hinten ist, erscheint es so, als ob das Fahrwerk an den Rädern vorbei strebt. Das sieht nicht gut aus und reduziert die Geländefähigkeiten.

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Auch im Punkt Originalität lässt der Sportage zu wünschen übrig. Die hoch platzierten Scheinwerfer ähneln stark denen von Subaru B9 Tribeca und Porsche Cayenne; zwei Autos, die, freundlich ausgedrückt, nicht für ihre Schönheit bekannt sind.

Ausstattung

Im Interieur weiß der Sportage aber sehr wohl zu überzeugen. Die schönen Materialien und eine hohe Verarbeitungsqualität fallen dabei direkt auf. Dabei erzeugt die Innenraumgestaltung ein Gefühl von Raum und sogar Luxus.

Zunächst ist die große Anzahl der Knöpfe und Tasten ein wenig einschüchternd, aber dank der durchdachten Konstruktion ist das alles schnell vertraut. Und das ist ein Kompliment, denn die Ausstattung ist sehr üppig. Der Testwagen ist das luxuriöseste "Executive"-Modell. Das bedeutet, dass fast alles, was zur Zeit an Luxus und Sicherheitsvorkehrungen üblich ist, auch vorhanden ist.

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Darüber hinaus geht Kia oft einen Schritt weiter als üblich. Somit kann der Sportage Sie bei Gefahr warnen und ggf. auch für Sie bremsen. Weiterhin kann das System Fußgänger von anderen Verkehrsteilnehmern unterscheiden und Prioritäten setzen. Der Sportage kann nicht nur automatisch einparken, sondern auch "entparken". Die Sitzkühlung kühlt nicht nur den Sitz, sondern auch die Rückenlehne. Und nicht nur vorne, sondern auch auf der Rückseite sind USB-Anschlüsse für Handys zu finden, um diese aufzuladen – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Zu diesem Luxus-Ausstattungsniveau gehört auch ein durch den Spezialisten JBL entwickeltes Audiosystem, das leider im Bereich der Höhen ein wenig zu wünschen übrig lässt. Dennoch klingt es besser als ein typisches Audiosystem, deshalb lohnen sich die zusätzliche Kosten.

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Ein aktiver Tempomat (automatisch Abstand halten) und ein Head-up-Display fehlen leider. Eine Option, bei der viele vorziehen, sie zu deaktivieren, ist der Aktive Fahrspurassistent. Anstatt dass der Assistent ein einziges Mal eine subtile Lenkkorrektur ausführt, wenn die Linien der Straße überfahren werden, lenkt der Computer fortwährend mit, und das ist ausgesprochen lästig.

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Straßenlage

Der Platz vorne und im Fond ist gut. Darüber hinaus gibt der Sportage dem Fahrer das Gefühl, ein großes, leistungsstarkes Auto zu fahren, und das ist bei diesem Typ Auto wichtig. Dies ist nicht nur auf die hohe Sitzposition zurückzuführen, sondern auch auf das Fahrwerk. Der Sportage fühlt sich solide an und hat sogar eine gewisse Würde, was so manchem Auto in diesem Segment fehlt.

Die Straßenlage ist eher durchschnittlich. Aufgrund des hohen Fahrwerks neigt sich der Körper in schnellen Kurven, wie üblich bei dieser Art von Autos. Die Lenkung hingegen ist überdurchschnittlich, wobei der Sportage sich sowohl bei hoher Geschwindigkeit als auch im Gelände sehr gut anfühlt.

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Benziner

Das Basismodell des Sportage ist mit einem 1,6-Liter-"GDI" Benziner ausgestattet, den man auch in den kleineren Modellen der Marke findet. Und das spürt man. Die 132 PS / 164 Nm reichen gerade, ergeben aber keinen Sinn. Es ist, als ob man fortwährend bergauf fahren würde. Gleichzeitig aber protestiert oder "ruckelt" der Motor nie, so dass der Fahrer nicht das Gefühl bekommt, der Motor sei zu schwach.

Neu für den Sportage ist der "1,6 T-GDI", wobei das "T" für Turbo steht. Dank des Turboladers stehen bei dieser Variante 177 PS / 265 Nm zur Verfügung. Die bringen nicht nur die Reserve, die beim normalen GDI-Motor fehlt, sondern auch die nötige Leistung, um nahezu sportlich zu fahren. Die optionale Doppelkupplungs-Automatik ("DSC") macht den Sportage nicht nur bequemer, sondern auch schneller.

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Der Testverbrauch sowohl des 1.6 GDI als auch des T-GDI kam auf einem anspruchsvollen Kurs (Shortcuts, Berge, Stadtverkehr) auf 7 Liter pro 100 km.

Diesel

Für das Fotoshooting wurde die absolute Luxus-Ausstattung, der 2,0-Liter-Diesel mit (traditionellem) Automatikgetriebe, Allradantrieb und GT Line (Sportbekleidung) gefahren. Dieser leistungsstärkste Diesel auf der Preisliste hat logischerweise keine Probleme mit dem 1590 kg schweren Sportage, aber schnell ist das Auto nicht. Stattdessen setzt Kia die 185 PS / 400 Nm für Ruhe und Flexibilität ein.

Der Testverbrauch ergab 8,6 Liter pro 100 km. In Anbetracht des sehr anspruchsvollen Kurses ist dies ein verdienstliches Ergebnis – vor allem, weil dem Auto ein Gelände-Test abverlangt wurde und der Allradantrieb und die volle Leistung mit großer Regelmäßigkeit genutzt wurden.

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Fazit

Was ist das Geheimnis hinter dem Erfolg des Kia Sportage? Dem Kunden zuzuhören. Kia hört nicht nur dem Kunden gut zu, sondern uberlässt auch die Umsetzung dieser Anforderungen dem lokalen Markt. Auf diese Weise kann ein Auto ganz individuell gestaltet werden, und dieser Ansatz funktioniert!

Für den Sportage bedeutet das: ein unverwechselbares Design, hervorragende Verarbeitungsqualität und viel Platz. Darüber hinaus ist die Ausstattung nicht nur vollständig, sondern Kia geht oft einen Schritt weiter als die Konkurrenz. Die Motoren sind nicht innovativ, bieten aber eine gute Kombination aus Leistung und zivilisiertem Verbrauch. Und wie es sich gehört, fühlt sich der SUV nicht nur auf der Straße zu Hause, sondern auch darüber hinaus.

plus
  • Erwachsenes, solides Gefühl
  • Geht in allen Punkten einen Schritt weiter als üblich
  • Fühlt sich auf der Straße wie im Gelände zu Hause
min
  • Fahrbahnassistent zu aufdringlich
  • Fehlende harmonische Formgebebung
  • Mäßige Leistung mit dem Motor 1.6 GDi